Dossier

Das Manifest des neuen Wohlstands

Der Roboter-Eigentümer-Staat & Die Materie-Steuer

Eine Blaupause für die post-bürokratische, technologische Leistungsgesellschaft.

Präambel: Vom Bittsteller zum Eigentümer

Das gegenwärtige System aus repräsentativer Demokratie und bürokratischem Sozialstaat stirbt einen langsamen Tod. Es erstickt an Komplexität, demografischer Überalterung und einer Steuerlast, die menschliche Leistung bestraft, statt sie zu fördern. Die Automatisierung vernichtet klassische Arbeitsplätze, während die Sozialsysteme unfinanzierbar werden.

Wir schlagen einen radikalen Schnitt vor.
Wir ersetzen das „Bedingungslose Grundeinkommen“ (Almosen vom Staat) durch Bedingungsloses Grundkapital (Produktionsmittel für den Bürger).
Wir verwandeln den Bürger vom Steuerzahler zum Eigentümer und den Staat vom Vormund zum Infrastruktur-Dienstleister.

Wir koppeln Wohlstand nicht mehr an menschliche Plackerei, sondern an Maschinenkraft, Ressourceneffizienz und Energie.

I. Die vier Säulen des Systems

Das Fundament der neuen Ordnung ruht auf vier unverrückbaren Prinzipien.

Säule 1 Der fiskalische Befreiungsschlag

Das Steuersystem wird auf eine einzige Quelle reduziert: Den Verbrauch von physischen Ressourcen.

  • 0 % Einkommensteuer: Menschliche Arbeit lohnt sich zu 100 %. Brutto ist Netto. Jede Stunde Arbeit fließt direkt in die Tasche des Bürgers.
  • 0 % Sozialabgaben: Keine Zwangsbeiträge zur Rente, Arbeitslosen- oder Krankenversicherung.
  • 60 % Materie-Steuer: Erhoben auf den Endverbrauch aller neuen physischen Güter (Waren).
  • Die Goldene Regel: Was man tut (Arbeit, Dienstleistung, Pflege, Reparatur, Kunst), ist steuerfrei. Was man verbraucht (Material, Neuwaren, Energie für Luxus), wird besteuert.
  • Ausnahmen (Steuerfrei): Nahrungsmittel (Grundbedarf), Medizin/Gesundheitsgüter und Miete.

Säule 2 Der eiserne Ernährer (Das Roboter-Mandat)

Jeder EU-Bürger erhält das Eigentum an automatisierten Produktionsmitteln. Dies sichert die Existenz unabhängig von menschlicher Arbeit.

  • Zuteilung: Mit Erreichen der Volljährigkeit erhält jeder Bürger einen hochleistungsfähigen Roboter oder Anteile an einer staatlich lizenzierten Cloud-Automatisierung („Virtueller Roboter“).
  • Funktion: Der Roboter arbeitet 24/7 in der Industrie, Logistik oder Landwirtschaft.
  • Ertrag: Der erwirtschaftete Lohn des Roboters fließt direkt an den Bürger. Er ersetzt die Rente, das Arbeitslosengeld und die Grundsicherung.
  • Kinder-Regelung: Ab Geburt erhalten Bürger einen Viertel-Roboter-Anteil (25 %). Dieser deckt die materiellen Kosten des Aufwachsens (Windeln, Nahrung, Energie). Mit dem 18. Lebensjahr wird dieser Anteil durch den Staat zum vollen Roboter aufgestockt.

Säule 3 Das Energie-Grundrecht

Energie ist keine Ware, sondern Infrastruktur – wie Luft oder Straßen. Damit die Roboter-Wirtschaft funktioniert, muss der Treibstoff (Strom) im Basis-Bereich kostenlos sein.

  • Staats-Energie: Der Staat baut und betreibt massive Windparks und Großkraftwerke (Fusion/Hydro/Wind).
  • Bürger-Energie: Dezentrale Produktion durch Solarpflicht bei jedem Gebäude (Neubau & Renovierung).
  • Kostenlos: Ein Basiskontingent an Strom für Haushalt, Wärme (Wärmepumpe) und Roboter ist gratis.

Säule 4 Der schlanke Staat

Der Staat zieht sich auf seine Kernkompetenzen zurück: Sicherheit (Polizei/Militär), Justiz, Bildung und den Betrieb des Energienetzes.

  • Subventions-Stopp: Keine Wirtschaftsförderung, keine Agrar-Subventionen. Der Markt regelt die Preise.
  • Bürokratie-Abbau: Da es keine Einkommensteuererklärung und keine Bedarfsprüfung für Sozialhilfe mehr gibt, werden 90 % der Behörden geschlossen.

II. Die Sicherheits-Architektur („System-Patches“)

Ein System, das so radikal vereinfacht ist, bietet Angriffsflächen für Schlupflöcher. Um dies zu verhindern, ohne einen Überwachungsstaat aufzubauen, greifen folgende Mechanismen (Patches):

1. Die „Gläserne Rechnung“ (Gegen Fake-Reparaturen)

  • Problem: Händler könnten Neuwaren in Einzelteile zerlegen und als „Reparatur“ verkaufen, um die 60 % Steuer zu umgehen (da Arbeit steuerfrei ist).
  • Lösung: Jede Rechnung an Endverbraucher muss zwingend in Material und Arbeitsleistung aufgeschlüsselt werden. Auf den Material-Anteil (Ersatzteile, Rohre, Chips) werden automatisch 60 % Steuer aufgeschlagen. Der Arbeits-Anteil (Montage, Diagnose, Beratung) bleibt 0 % steuerfrei.
  • Effekt: Da Ersatzteile in der Einzelbeschaffung teurer sind als in der industriellen Massenfertigung, lohnt es sich nicht, ein Produkt aus Einzelteilen zusammenzubauen. Der Neukauf ist trotz Steuer billiger als der Eigenbau.

2. Das „Pförtner-Prinzip“ (Gegen versteckte Waren in Abos)

  • Problem: Unternehmen könnten versuchen, Waren (z. B. Handys) in steuerfreien Dienstleistungsverträgen (Abos) zu verstecken. Die Überwachung dieser Verträge wäre bürokratisch („Deemed Supply“).
  • Lösung: Kauft ein Unternehmen physische Güter ein, die dazu bestimmt sind, an Privatkunden weitergegeben, verliehen oder bei diesen installiert zu werden (Router, Leihgeräte, Verpackungen), gilt das Unternehmen selbst als Endverbraucher.
  • Effekt: Die 60 % Materie-Steuer wird sofort beim Einkauf fällig. Das Unternehmen legt diese Kosten automatisch auf den Abo-Preis um. Der Staat muss keine Endkundenverträge prüfen.

3. Das „Open-Brain-Mandat“ (Gegen Software-Feudalismus)

  • Erklärung: Hardware (der Roboter) gehört dem Bürger, aber die Intelligenz (Software) gehört oft einem Konzern.
  • Problem: Konzerne könnten den Roboter billig verkaufen, aber 90 % des erwirtschafteten Lohns als „Lizenzgebühr“ für die Software absaugen. Das würde den Bürger enteignen.
  • Lösung: Roboter, die als Grundkapital dienen, dürfen nur betrieben werden, wenn sie auf Open-Source-Standards basieren oder die Software-Gebühren staatlich gedeckelt sind (z. B. max. 5 % des Umsatzes). Es darf keine „Abo-Falle“ für das Grundkapital geben.

4. Die Bodenwertsteuer (Gegen die Vermieter-Aristokratie)

  • Problem: Da Neubau durch die Materie-Steuer teuer ist (Beton/Stahl = 60 % Steuer), friert das Angebot an Häusern ein. Alt-Eigentümer könnten Monopol-Renten abschöpfen.
  • Lösung: Eine jährliche Steuer auf den Wert von Grund und Boden (nicht auf das Gebäude!). Boden ist eine begrenzte Ressource wie Materie. Wer sie besetzt, zahlt.
  • Effekt: Dies verhindert Spekulation mit Baulücken und zwingt Eigentümer, Land effizient zu nutzen oder zu verkaufen.

5. Der „Menschen-Mindestlohn“ (Schutz der Würde)

  • Problem: Wenn Roboter Geld kosten (Wartung/Steuer), Menschen aber „gratis“ sind (steuerfrei), könnten „Bio-Roboter“-Jobs entstehen (Menschen, die billiger als Maschinen schuften).
  • Lösung: Menschliche Arbeit darf nicht unter einem hohen Schwellenwert (z. B. 50 €/Std.) verkauft werden.
  • Effekt: Dies verbietet faktisch niedere Tätigkeiten für Menschen und zwingt die Wirtschaft zur Automatisierung. Menschen arbeiten nur noch dort, wo sie unersetzbar sind (Empathie, Kreativität, Strategie).

6. Strategische Rohstoff-Diplomatie (Gegen Handelskriege)

  • Problem: Die EU besteuert Importe mit 60 % Zoll. Andere Länder könnten den Rohstoffhahn (Lithium) zudrehen.
  • Lösung: Rohstoffe, die zwingend für den Bau von Robotern und Energieanlagen notwendig sind, bleiben zollfrei. Im Gegenzug exportiert die EU Roboter-Dienstleistungen.

III. Ökologische Tiefenanalyse

Dieses System ersetzt moralische Appelle („Verzichtet!“) durch harte ökonomische Fakten. Es macht Umweltzerstörung zum Luxusgut.

A. Die ökologischen Vorteile (Pro)

1. Der Exitus der Wegwerfgesellschaft

Das Geschäftsmodell von „Fast Fashion“ und Billig-Elektronik bricht zusammen.

  • Mechanik: Ein T-Shirt für 2 € Herstellungskosten wird durch 60 % Steuer teurer. Da Bürger wohlhabend sind (keine Lohnsteuer), kaufen sie Qualität.
  • Ergebnis: Geplante Obsoleszenz wird unwirtschaftlich. Produkte müssen langlebig sein, um am Markt zu bestehen.

2. Die Renaissance der Reparatur (Das „Ewige Produkt“)

Dies ist der größte ökologische Hebel.

  • Vergleich: Neukauf einer Waschmaschine = Teuer (60 % Steuer). Reparatur = Billig (0 % Steuer auf Arbeit, 0 % Steuer auf Energie für Werkzeuge).
  • Folge: Wir nutzen Ressourcen (Stahl, Kupfer, Plastik) 30, 40 oder 50 Jahre lang. Müllberge verschwinden.

3. Urban Mining statt Raubbau

Da „neue Materie“ mit 60 % besteuert wird, wird Recycling zum lukrativsten Geschäft der Welt. Es ist billiger, Rohstoffe aus Altgeräten zu gewinnen (arbeitsintensiv = steuerfrei), als neue abzubauen.

4. Das Ende des sinnlosen Transports

Globaler Warentourismus wird unbezahlbar. Treibstoff (Ware) ist hoch besteuert. Produktion wird regionalisiert, was gigantische Mengen CO₂ spart.

5. Präzisions-Landwirtschaft

Nahrung ist steuerfrei, aber Chemie (Dünger/Pestizide) ist hoch besteuert. Die Landwirtschaft wird mechanisch (Roboter zupfen Unkraut) und chemiefrei.

B. Die ökologischen Herausforderungen

1. Der Energie-Hunger

450 Millionen Roboter brauchen Strom.

  • Lösung: Die Solarpflicht und staatliche Windparks müssen diesen Hunger decken. Da fossile Brennstoffe mit 60 % besteuert sind, werden sie vom Markt verdrängt.

2. Rebound-Effekt

Dienstleistungskonsum (Reisen) könnte steigen.

  • Lösung: Kerosin-Steuer (60 %) hält Flugpreise hoch. Konsum verlagert sich auf lokale Erlebnisse.

IV. Das Energie-Konzept (Detail)

1. Die Solarpflicht (Dezentralisierung)

  • Regel: Kein Gebäude ohne PV-Anlage (Dach/Fassade).
  • Finanzierung: Module teuer (Steuer), Installation günstig (Handwerk). Amortisation durch lebenslangen Gratis-Strom.
  • Speicher-Zwang: Zur Netzstabilisierung.

2. Das Kontingent-Modell (Smart Metering)

Strom ist nur im Rahmen des Bedarfs kostenlos, um Verschwendung zu verhindern.

  • Grünes Kontingent (Gratis): 3.000 kWh/Jahr pro Bürger (Licht, Wärme, Roboter).
  • Rotes Kontingent (Luxus): Überverbrauch wird bestraft (Strafpreis + 60 % Steuer).
  • Industrie: Effizienz wird mit Gratis-Kontingenten belohnt.

V. Beispielrechnungen (Deutschland/EU)

A. Der Staatshaushalt

  • Bedarf: ca. 650 Mrd. € (Kernaufgaben: Sicherheit, Bildung, Infrastruktur + Bau/Wartung des staatlichen Energienetzes).
  • Einnahmebasis (Konsum): Privater Warenkonsum (Netto): ca. 1.100 Mrd. €. Steuersatz: 60 %. Einnahmen: ca. 660 Mrd. €.
  • Ergebnis: Der Haushalt ist gedeckt.

B. Der Bürger (Max Mustermann)

Max (35) besitzt einen Roboter. Er arbeitet halbtags als Gärtner.

  • Einkommen aus Roboter: Laufzeit 168 Std./Woche, 10 €/Std. (Mindestlohn Roboter) → Brutto 6.720 €/Monat. Abzug Wartung/Rücklagen: −1.500 €. Abzug Pflichtversicherungen (Kasko/Bio-Schutz): −500 €. Netto Roboter: 4.720 €
  • Lebenshaltung: Wohnen (Miete steuerfrei): 1.500 €. Energie/Nebenkosten: 0 € (durch Gratis-Kontingent). Gärtner-Einkommen (steuerfrei): +2.000 €. Lebensmittel/Dienstl. (steuerfrei): −1.500 €. Warenkonsum (Luxus, inkl. 60 % Steuer): −1.000 €.
  • Bilanz: Max hat eine Sparrate von 2.720 € pro Monat. Er lebt CO₂-neutral, ohne Existenzangst und mit maximaler Freizeit.

VI. Umsetzung (Der 7-Jahres-Plan)

Wir nutzen einen „Warp-Speed“-Plan, um der technologischen Disruption zuvorzukommen und das System in weniger als einem Jahrzehnt zu etablieren.

Phase 1 Jahre 1–2: Der virtuelle Einstieg

  • Einführung der „Virtuellen Roboter-Anteile“ (Cloud Robotics): Bürger erhalten Eigentumsrechte an staatlich geförderten Rechenzentren und automatisierten Lagern, statt sofortiger Hardware.
  • Start der Solarpflicht und Bau der Windparks („Kriegswirtschafts-Modus“).
  • Einführung der Bodenwertsteuer.

Phase 2 Jahre 3–5: Die industrielle Mobilmachung

  • Umstellung der Autoindustrie auf Roboterfertigung.
  • Schrittweiser Steuer-Shift: Materie-Steuer steigt auf 30 %, Lohnsteuer sinkt parallel.
  • Energie-Kontingente werden für Solar-Haushalte freigeschaltet.

Phase 3 Jahre 6–7: Der System-Switch

  • Tag X: Einkommensteuer = 0 %. Materie-Steuer = 60 %.
  • Auslieferung der physischen Roboter oder dauerhafte Umwandlung in Cloud-Dividenden.
  • Abschaffung der Sozialsysteme.

Fazit

Dieses Manifest ist kein Utopia, sondern eine Überlebensstrategie für die menschliche Freiheit im Maschinenzeitalter.

Wir besteuern das Tote (Materie), um das Lebendige (Mensch) zu finanzieren.
Wir nutzen die unendliche Kraft der Sonne und der Algorithmen, um Armut abzuschaffen.
Wir geben dem Bürger nicht Fisch (Sozialhilfe), sondern die Angelrute (den Roboter).

Es ist Zeit für den Roboter-Eigentümer-Staat.